Flachdächer von Gewerbe- und Industriebauten bleiben häufig ungenutzt, obwohl sie sich für eine Dachbegrünung eignen. Ein Gründach schützt die darunterliegende Abdichtung vor UV-Strahlung und Temperaturschwankungen und wertet die Fläche ökologisch auf. Bevor eine Begrünung geplant wird, sollten jedoch statische und bauphysikalische Voraussetzungen sorgfältig geprüft werden.
Welche Vorteile bietet ein Gründach?
Eine Dachbegrünung verzögert den Regenwasserabfluss und entlastet damit die Kanalisation bei Starkregen. Gleichzeitig wirkt die Vegetationsschicht dämmend, reduziert Temperaturspitzen im Sommer und verringert den Wärmeverlust im Winter. Für die Abdichtung darunter bedeutet die Begrünung vor allem mechanischen und UV-Schutz, was ihre Lebensdauer spürbar verlängern kann. Je nach Nutzung lassen sich zudem Aufenthaltsbereiche schaffen oder ökologische Ausgleichsflächen nachweisen, was bei Genehmigungsverfahren zunehmend gefordert wird.
Statik und Aufbau: Was vor der Begrünung zu klären ist
Vor jeder Dachbegrünung steht die Prüfung der vorhandenen Lastreserven, da Substrat, Wasserspeicherung und Bepflanzung zusätzliches Gewicht auf die Dachkonstruktion bringen. Eine extensive Begrünung mit geringer Aufbauhöhe und pflegearmen Pflanzen wie Sedum eignet sich für Dächer mit begrenzten Lastreserven, während eine intensive Begrünung mit Rasen, Stauden oder Sträuchern deutlich höhere Anforderungen an Statik und Aufbauhöhe stellt. Der Schichtaufbau aus Dränage, Filtervlies, Substrat und Vegetation muss auf die jeweilige Nutzung und die klimatischen Bedingungen am Standort abgestimmt sein.
Abdichtung und Wurzelschutz als Basis jeder Dachbegrünung
Grundvoraussetzung für jede Dachbegrünung ist eine wurzelfeste Abdichtung, die dauerhaft verhindert, dass Wurzeln in die Dachhaut eindringen und sie beschädigen. Bei Bestandsdächern muss vorab geprüft werden, ob die vorhandene Abdichtung diese Anforderung erfüllt oder ob eine zusätzliche wurzelfeste Schicht beziehungsweise eine Erneuerung notwendig ist. Besondere Sorgfalt gilt den Anschlüssen an Attika, Lichtkuppeln und Durchdringungen, da hier die häufigsten Schwachstellen für Undichtigkeiten entstehen. Nur eine fachgerecht geplante und ausgeführte Abdichtung stellt sicher, dass die Begrünung langfristig schadensfrei bleibt.
Pflege und Wartung nach der Umsetzung
Auch nach der Fertigstellung braucht ein Gründach regelmäßige Kontrolle, damit Dränage und Notüberläufe frei bleiben und Staunässe vermieden wird. Bei extensiven Begrünungen genügen in der Regel zwei Kontrollgänge pro Jahr, intensive Begrünungen erfordern je nach Bepflanzung deutlich mehr Pflegeaufwand. Die regelmäßige Wartung dient nicht nur der Vegetation, sondern schützt auch die darunterliegende Abdichtung, da frühzeitig erkannte Schäden am Aufbau oft mit geringem Aufwand behoben werden können.
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